1. zur Navigation
  2. zum Inhalt

Statut des Frankenwürfels

Würfel mit Aufschrift: ES GILT DEM GEWÜRFELTEN FRANKEN MIT DIESEM WÜRFEL ZU DANKEN

Um allen Lagen gewachsen zu sein, muss man, wie der Würfel, viele Seiten haben, muss wechselnde Standpunkte vertreten, muss – durch abgeschliffene Ecken und Kanten – rollen und stehen können, muss einmal Kugel spielen und ein andermal Kubus.

Den Franken wird nachgesagt, in hohem Maße wendig und zugleich sprichwörtlich altfränkisch beharrlich zu sein.

Das Vielfältige wurde – zum Segen oder Unsegen – der Generalnenner für Franken. Dieses zusammengewürfelte Gebilde, diese nie zustande gekommene Nation, diese auf keiner politischen Länderkarte unter dem Namen »Franken« aufzufindende Stammesbrüderschaft, dieses Land ohne gemeinsame Interessenvertretung, ohne gemeinsame Zeitung, ohne gemeinsame Hauptstadt macht es auch dem sorgfältigsten Beobachter unmöglich, die Grenzen abzustecken.

Die Mängel und die Chancen der vielgespaltenen Umwelt und Geschichte haben sich auf den fränkischen Menschen, den Franken, ausgewirkt, ihn geformt und gefordert. Zum Zurechtfinden in dem Wirrwarr des Völkertiegels, in dem Mosaik der Landschaften und der Willkür der Gebietsaufteilungen, mussten sich die Franken eine ganz besondere Einstellung und Taktik zu eigen machen, um sich den ständig wechselnden Situationen anzupassen. Dies alles kennzeichnet den Franken, zeichnet ihn im Wortsinn aus.

Der Würfel und die drei »W« prägen den Franken. Das Wendige, das Witzige und das Widersprüchliche machen ihn aus, wobei Witz auch Erfindungsgeist und Einfallsreichtum bedeutet.

Unter diesen Voraussetzungen stiften die Regierungspräsidenten der drei fränkischen Regierungsbezirke des Freistaates Bayern eine Auszeichnung in Gestalt eines Frankenwürfels an die Franken, die sich in der oben beschriebenen Art als »gewürfelt« erwiesen haben.